Erstkommunion: Bedeutung, Vorbereitung und Ablauf

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Erstkommunion: Bedeutung, Vorbereitung und Ablauf

Erstkommunion: Bedeutung, Vorbereitung und Ablauf

Die Religion verliert auch in der Schweiz immer mehr an Bedeutung. Dennoch fühlen sich nach wie vor rund 37 Prozent der Bürger dem römisch-katholischen Christentum verbunden. Dort wird traditionell am Sonntag nach Ostern die erste heilige Kommunion gefeiert. Was steckt hinter dem Sakrament und wie bereiten sich die gläubigen Familien am besten darauf vor?

Was ist die Erstkommunion und woher stammt sie?

Die erste heilige Kommunion empfangen Kinder normalerweise in der dritten Klasse der Primärschule. Voraussetzung ist, dass sie bereits getauft wurden. Bei der Erstkommunion dürfen die Kleinen zum ersten Mal aktiv an der Eucharistiefeier teilnehmen. Dabei erinnert sich die Kirchengemeinde an das letzte Abendmahl. Es wird das Brot gebrochen und Wein getrunken. Diese Gaben stehen stellvertretend für den Leib und das Blut Jesu. 

Kinder müssen erst das sogenannte Vernunftalter erreichen, damit sie die Kommunion feiern dürfen. Eine genaue Definition des Vernunftalters existiert allerdings nicht. Im mitteleuropäischen Kulturkreis wird davon ausgegangen, dass Kinder, die lesen, schreiben und rechnen können, für die Erstkommunion bereit sind. 

Im Jahr 1673 wurde in Luzern zum ersten Mal der weisse Sonntag, also der Sonntag nach dem Osterfest, schriftlich erwähnt und überliefert. Im 19. Jahrhundert wählte man diesen Tag dann aus, um in den meisten katholischen Gemeinden die Erstkommunion zu feiern. 

Zusammen mit der Taufe und der Firmung zählt das Sakrament der ersten heiligen Kommunion zu den Initiationsriten in der katholischen Kirche. Kinder, die an der Erstkommunion teilnehmen, werden enger in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. Das Wort “Communio” heisst übersetzt sogar “Gemeinschaft”. 

Wie bereiten sich die Familien auf die Erstkommunion vor?

Zunächst ist es die Aufgabe der Kommunionkinder und ihrer Eltern, sich für den grossen Tag bereitzumachen. 

Anmeldung der Kommunion
Bevor irgendwelche Schritte zur Vorbereitung auf die Eucharistiefeier unternommen werden, muss das Kind erst einmal zur Kommunion angemeldet werden. Dafür erscheinen die Sorgeberechtigten normalerweise persönlich bei der zuständigen Pfarrei und zeigen den Taufschein vor. Teilweise können die Kinder auch im Rahmen des Religionsunterrichts in der Schule angemeldet werden.

Kommunionunterricht
In den christlichen Gemeinden in der Schweiz findet der Kommunionsunterricht in Heimgruppen statt. Väter und Mütter betreuen einen kleinen Kreis von Kindern. Für gewöhnlich trifft man sich einmal pro Woche, wobei gemeinsam gebastelt, gesungen und erzählt wird. Die Eltern, welche sich in den Heimgruppenunterricht engagieren, vermitteln in den Treffen wichtige Glaubensinhalte auf spielerische Weise. 

Es werden auch verschiedene Gottesdienstbesuche gemeinsam mit der Gruppe eingeplant. Dadurch soll der Bezug zur Kirche, dem christlichen Glauben und der Glaubensgemeinschaft gestärkt werden. 

Kommunionausstattung
Für die erste heilige Kommunion ist eine gewisse Ausstattung vorausgesetzt. Wie genau die Kleidung an diesem wichtigen Tag aussieht, hängt von der Gemeinde ab. In einigen Pfarreien tragen die Mädchen aufwendige weisse Kleider und die Jungen einen Anzug. In anderen Gemeinden wird auf Kutten zurückgegriffen. Welche Kleiderordnung gilt, ist rechtzeitig im Vorfeld abzusprechen und den Eltern der Kommunionkinder weiterzugeben. 

Zusätzlich braucht jedes Kommunionkind eine eigene Kerze. Sie wird im Gottesdienst gesegnet und an der Osterkerze angezündet. Das Licht soll dem Kommunionkind auf seinen Lebensweg leuchten. Oftmals ist es auch verlang, dass jeder Teilnehmer des Sakraments ein eigenes Gebetbuch besitzt. Dieses wird bereits zur Vorbereitung auf die erste heilige Kommunion im Heimgruppenunterricht verwendet. 

Organisation der Kommunionsfeier
In den meisten Familien werden die Verwandten und Freunde zu dem grossen Ereignis eingeladen. Besonders stilvoll passiert das mit selbst erstellten Einladungskarten zur Kommunion. Darauf sollten unbedingt Datum, Ort, Uhrzeit und Name des Kindes stehen. Schön ist es, wenn ein Foto des Nachwuchses abgelichtet wird. Wichtig ist außerdem, eine Frist sowie Adresse oder Telefonnummer für die Ab- und Zusagen zu nennen. Am besten werden die Karten sechs bis acht Wochen vor dem Termin verschickt. 

Ob die private Feier nach dem Gottesdienst im eigenen Haus oder in einem Restaurant stattfindet, bleibt den Familien selbst überlassen. Der Aufwand für die Eltern hält sich bei der Feier in einer Gaststätte in Grenzen, dafür sind die Kosten in der Regel höher. Der Tisch im Restaurant sollte frühzeitig reserviert werden. Denn die gesamte katholische Gemeinde der Region an dem ausgewählten Termin die Erstkommunion. Das führt oft zu Engpässen in den Gaststätten.

Bei der Speisenauswahl ist darauf zu achten, dass Menschen bestimmte Vorlieben oder Unverträglichkeiten haben. Grundsätzlich sollte immer ein vegetarisches Gericht angeboten werden. Es ist auch möglich in der Einladungskarte ein Schreiben für die Rückantwort beizulegen, worauf die Gäste ihre Allergien oder Essenswünsche eintragen können.

Im Rahmen einer privaten Feier dürfen auch die Großeltern oder Tanten und Onkeln eingespannt werden. Sie beteiligen sich bestimmt gerne an der Zubereitung von Kuchen, Salaten oder Grillgut. So bleibt nicht die ganze Arbeit an den Eltern hängen. 

Egal, für welche Art der Feier sich die Familien entschliessen, eine kindgerechte Ausstattung ist optimal. Vielleicht gibt es im Garten des Restaurants einen Spielplatz? Sind Eltern mit Babys oder Kleinkindern geladen, sollten unbedingt Hochstühle vorhanden sein. 

Auch eine schöne Dekoration sorgt für Begeisterung. Idealerweise wird ein Bezug zum Anlass hergestellt. Auf Tisch- und Menükarten rankt der Titel “Erstkommunion von XY”. Vielleicht steht auf der Tafel in Kreuz. Die Farben der Kommunionskerze und der Einladungskarten dürfen sich in Tischdecken, Servietten und Blumenschmuck widerspiegeln. So entstehen ein roter Faden sowie ein einheitliches Gesamtbild. 

Wie läuft die Feier der ersten heiligen Kommunion ab?

In vielen Gemeinden wird heute noch am weissen Sonntag die Erstkommunion erteilt. Allerdings gibt es auch Pfarreien, die den Segen erst zu einem späteren Zeitpunkt sprechen. Selbst Feiern Ende Mai sind durchaus möglich. 

In der Regel wird ein ganz normaler Gottesdienst zelebriert. Allerdings ziehen die Kommunionkinder zusammen mit dem Pfarrer festlich in die Kirche ein. Die Kids nehmen in den vorderen Reihen Platz, während die Messe gehalten wird. Wenn die Kollekte eingesammelt wird, bringen die Messdiener das Brot und den Wein zum Altar. 

Während der Wandlung singt die Gemeinschaft der Gläubigen kniend das Hochgebet “Der Herr sei mit euch”. Stehend wird im Anschluss das Vaterunser gebetet. Nach dem Friedensgruss bricht der Geistliche beim Agnus Dei das Brot. 

Jetzt ist die Zeit der Kommunionkinder angebrochen. Sie dürfen heute zum ersten Mal und vor allen anderen Gemeindemitgliedern die Eucharistie empfangen. Sind die Kommunionkinder fertig, kommen die restlichen Gläubigen an die Reihe. 

Nach dem Abschlussgebet ziehen der Pfarrer und die Kommunionkinder wieder aus der Kirche aus. 

Welche Geschenke eignen sich für Kommunionkinder?

Eltern, Taufpaten, Verwandte und Freunde wollen dem Kommunionkind an seinem grossen Tag eine Freude machen. Sie überreichen deshalb im Rahmen der privaten Feier ihre Geschenke. Es ist in Ordnung, einen Umschlag mit den besten Wünschen und etwas Geld zu übergeben. Persönlicher wirken aber andere Gaben wie:

  • Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug zum Vergnügungspark, Fußballspiel etc. 
  • Kindgerechte Bibel
  • Kreuz für die Kinderzimmerwand
  • Gebetswürfel
  • Kette mit Kreuz oder Schutzengel
  • Kinderbücher mit religiösem Bezug
  • Schatzkiste mit Gravur

Falls ein Gast unsicher ist, worüber sich das Kommunionkind freut, dann fragt er am besten vorher die Eltern oder den Jungen bzw. das Mädchen selbst. 

Wichtig ist, dass an diesem wichtigen Tag nicht der Konsum im Vordergrund steht. Es geht um ein religiöses Fest, bei dem der Glauben und die Gemeinschaft mit anderen Menschen im Mittelpunkt sind. Deshalb brauchen weder die Feier noch die Geschenke das Budget allzu sehr zu belasten. 

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