Das Therapeutische Figurenspiel ist eine kunsttherapeutische, personenzentrierte Behandlungsmethode, die sich für verschiedene Altersgruppen und auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen eignet. Das therapeutische Figurenspiel basiert auf einem humanistischen Grundprinzip; es hilft vorhandene Ressourcen des Klienten finden und wecken, aktiviert die Selbstheilungskräfte und arbeitet lösungsorientiert.
Da die Wurzeln des therapeutischen Figurenspiels in der Spieltherapie liegen, wurden die bisherigen Erfahrungen zum grössten Teil in der therapeutischen Begleitung von Kindern und Jugendlichen gemacht. Figurenspieltherapie ist jedoch grundsätzlich für Menschen aller Altersgruppen geeignet.
Figuren und das Theaterspiel haben seit jeher eine magische und symbolische Ausstrahlungskraft. Diese Kraft als therapeutisches Mittel einzusetzen ist keine neue Erfindung und wurde schon im Altertum genutzt. Von Seiten des Klienten sind keine besonderen Vorkenntnisse oder Erfahrungen erforderlich, einzig die Bereitschaft, sich auf die szenischen Prozesse einzulassen und sich unter professioneller Begleitung auf einem symbolischen Weg dem Inneren anzunähern.
Das szenische und figürliche Gestalten soll sensibilisieren, die eigene Entwicklung fördern, Mut machen, Selbstvertrauen und Sicherheit aufbauen. Therapeutisches Mittel ist das eigene schöpferische Gestalten und das Erleben. Durch das Handeln mit den Figuren werden innere Bereiche berührt und in (Gefühls-)Bewegung gebracht. Im fortlaufenden Prozess des Gestaltens von Figuren und Entwickelns eigener Geschichten erfährt die Klientin/der Klient Wachstum und Entwicklung, was sich auf die Persönlichkeit positiv auswirkt. Das innere Erleben kann ihm Kraft verleihen, es kann befreien und entspannen und kann neue Lösungswege für blockierte und schwierige Situationen öffnen.
In eine Puppe kann alles hineinprojiziert werden: alle Aspekte des menschlichen Lebens können ausprobiert und ausgelebt werden. Sie hat einen hohen Aufforderungscharakter und lädt zu spielerischen Handlungen ein. Auch Kommunikation wird schnell möglich, oft erleben wir, dass mit der Puppe eher gesprochen wird, als mit jenen, die die Figuren führen.
Puppen öffnen die Welt der Phantasie und der Gefühle, wecken Bedürfnisse und Wünsche und können so ein Schlüssel zum Unbewussten und zum eigenen ICH werden. Die Puppe/ die Figur ist in ihrer Erscheinungsform auf der ganzen Welt und in allen Kulturen bekannt und gleich bedeutungsvoll.
Quellenangaben: Cornelia Kihm, Höhere Fachschule für Figurenspieltherapie