Wie sollten Sie reagieren, wenn Ihr Kind wütend wird?
Jedes Kind wird früher oder später einen Wutanfall bekommen. Aber wie sollten Sie dann reagieren?
Um richtig auf den Wutanfall reagieren zu können, sollten Sie sich bewusst machen, was die Ursache für die Wut ist.
- Machtkampf: Ihr Kind will unbedingt gewinnen und trotzt deshalb. Es will Sie unter Druck setzen.
- Aufmerksamkeit: Ihr Kind fühlt sich nicht beachtet und möchte die Aufmerksamkeit auf sich richten.
- Es kann sein, dass Ihr Kind sich von etwas belastet fühlt und mit diesem Ärger und Frust nicht mehr umgehen kann. Für Sie mag es eine Klei-nigkeit sein, aber für Ihr Kind ist die Wut echt.
Nun fragt sich natürlich, wie Sie damit umgehen sollten. Mit diesen Tipps werden Sie die Wut in den Griff bekommen.
- Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptieren werden. Das könnten Beißen, Schlagen, Spucken oder Treten sein. Sollte Ihr Kind diese Verhaltensweisen weiter zeigen, setzen Sie es auf Distanz. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind das als Schutz für Sie selbst versteht und nicht als Strafe.
- Sollte Ihr Kind so wütend sein, dass es gar nicht mehr auf Sie reagiert, können Sie es zum Abkühlen in sein Zimmer bringen. Achten Sie darauf, dass es sich nicht verletzen kann und sehen Sie hin und wieder nach ihm.
- Konsequent zu bleiben ist ganz wichtig, besonders bei Wut. Ihr Kind probiert, mit der Wut eine Reaktion bei Ihnen auszulösen. Diese sollte aber nicht darin bestehen, dass Sie nachgeben, um Ihre Ruhe zu bekommen. Denn dann lernt Ihr Kind, dass es nur immer weiter ausrasten muss, weil es letztlich doch seinen Wil-len bekommen wird. Sollten Sie in Erwägung ziehen, doch den Willen des Kindes umzusetzen, muss das unbedingt vor dem Wutanfall passieren. Sonst wird es dieses Verhalten immer wieder damit verknüpfen. Überprüfen Sie kurz, ob Ihrem Kind etwas wirklich besonders wichtig ist und wägen Sie ab, ob Sie diesen Wunsch erfüllen könnten.
- Nach dem Wutanfall sollten Sie mit Ihrem Kind über das Geschehene sprechen. Warum hat es überhaupt so reagiert? Je besser Ihr Kind sprechen kann, umso leichter ist es natürlich, dass es selbst Antworten gibt. Bei kleineren Kindern können Sie aber auch durch entsprechende Fragen herausfinden, was eigentlich den Wutanfall ausgelöst hat. Im nächsten Schritt sollten Sie gemeinsam erarbeiten, wie es in Zukunft reagieren könnte. Bieten Sie ihm Formulierungen oder Verhaltensweisen an, die es an den Tag legen könnte, ohne den Wutanfall zu zeigen. Sie sollten auch noch einmal klarmachen, dass Sie bestimmte Verhaltensweisen unter keinen Umständen akzeptieren werden.
- Kinder lernen durch Nachahmung und sicher sehen Kinder, wie Sie selbst mit Frustration umgehen. Bekommen Sie Wutanfälle? Schreien und toben Sie? Oder reagieren Sie so, wie Sie es Ihrem Kind vorschlagen? Sie können von keinem Kind der Welt besonnene Reaktionen erwarten, wenn Sie selbst zu starken Wutanfällen neigen.
- Wenn Ihr Kind gelernt hat, seine Wut zu kanalisieren, loben Sie Ihr Kind, sobald es ein anderes Verhalten zeigt. Kinder möchten ihren Eltern gerne gefallen. Es wird sich Ihr Lob zu Herzen nehmen und versuchen, beim nächsten Mal wieder so zu reagieren.