Eifersucht und eifersüchtiges Kind

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Eifersucht und eifersüchtiges Kind

Eifersucht und eifersüchtiges Kind

Mein Kind ist eifersüchtig auf die Ankunft seiner kleinen Schwester oder seines kleinen Bruders

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, kann es passieren, dass Ihr Kind schon in der Schwangerschaft Anzeichen von Eifersucht zeigt. Sie haben ihm vielleicht gerade erklärt, dass es ein Geschwisterkind bekommen wird. Natürlich hatten Sie sich erhofft, dass Ihr Kind sich ebenso wie Sie freut. Stattdessen reagiert es bockig oder weint vielleicht sogar. Nun haben Sie vielleicht sogar Sorge vor der Geburt. Seien Sie beruhigt: So ein Verhalten ist ganz normal.

Warum ist Ihr Kind überhaupt eifersüchtig?

Ihr Kind erlebt nicht das Wunder eines neuen Lebens. Es erlebt eine Art Entthronung. Bisher war es der Mittelpunkt Ihres Lebens und das soll jetzt vorbei sein? Es fühlt schon in der Schwangerschaft eine nahende Konkurrenz. Außerdem werden gerade kleine Kinder oft von einem bunten Gefühlsmix aus Aufregung, Stolz, Wut, Angst, Liebe, Eifersucht und Enttäuschung. Das kann es nicht wirklich handhaben und reagiert mit Tränen oder Wutanfällen. Wenn das Baby dann da ist, weint oder schreit es und Ihr Kind kann mit dieser neuen Geräuschkulisse wenig anfangen. Außerdem erlebt es, dass es eventuell einmal warten muss. Das war es nicht gewöhnt.

Wie zeigen Kinder Eifersucht?

Manche Kinder beginnen, zu toben oder zu weinen. Andere fallen in alte Verhaltensmuster zurück. Sie möchten plötzlich auch gefüttert werden oder brauchen bei alltäglichen Handlungen wieder Hilfe. Das liegt nicht an mangelhaften Fähigkeiten, sondern vielmehr am Buhlen um Aufmerksamkeit.

Wie sollten Sie auf Eifersucht gegenüber einem Geschwisterkind reagieren?

Bereiten Sie Ihr Kind auf die kommenden Veränderungen vor. Sprechen Sie mit ihm und helfen Sie ihm, schon in der Schwangerschaft eine Bindung zu seinem Geschwisterchen aufzubauen. Lassen Sie es beispielsweise spüren. Behalten Sie möglichst viele Alltagsrituale bei. Begrüßen Sie Ihr Kind nach der Ankunft aus dem Krankenhaus und ermutigen Sie auch andere, das ältere Kind zuerst zu begrüßen. Es fühlt sich dann nicht so stark zurückgesetzt. Binden Sie Ihr Kind auch in die Vorbereitungen ein. Lassen Sie es auch schon Entscheidungen mit treffen. Es könnte sonst den Eindruck haben, dass Sie über seinen Kopf hinweg Raum von ihm wegnehmen.

Wie können Sie Ihrem Kind helfen?

Das Wichtigste bei der Ankunft von Geschwistern ist der Zeitfaktor. Zwingen Sie Ihr Kind nicht, Kontakt zum Baby aufzunehmen. Babys fühlen sich anders als andere Menschen an. Lassen Sie Ihr Kind das Baby zum Beispiel nur am Fuß mit Strampler begrüßen und nennen Sie es »Baby-Hallo«. So überwinden Sie physische Hürden. Geben Sie Ihrem Kind besondere Aufgaben und betonen Sie, dass es doch »so toll groß ist und Sie seine Hilfe besonders brauchen können.« Sie werden erstaunt sein, wie wichtig sich Ihr Kind dadurch fühlt. Es erhält eine neue Rolle und fühlt sich wieder bestärkt. Wichtig ist auch, dass das ältere Kind seine Räume behält. Wenn es immer nur Verbote und Beschränkungen für das Baby erhält, ist es schnell genervt.

Sorgen Sie auch regelmäßig für ein Sonderprogramm für »Große«. Kurz vor und nach der Geburt sollte Ihr Kind keine größeren Erziehungsprojekte erleben wie etwa den geliebten Schnuller loswerden. Gerade jetzt könnte es den Halt brauchen und es wird auch danach noch gelingen. Erklären Sie, wenn es nötig wird, warum Sie das Neugeborene anders behandeln, weil es ja bestimmte Dinge noch nicht kann. Hier können Sie auch wieder betonen, wie toll es ist, dass Ihr Kind schon so groß ist und wie stolz Sie auf seine Fähigkeiten sind. Dadurch lernt Ihr Kind, dass noch immer alles in Ordnung ist und Sie es nicht weniger lieben.

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